Augen-Blicke über die Doppestadt Frankfurt (Oder) Slubice
Seit August 2020 arbeitete ich an dem Projekt „Augen_Blicke über unsere Doppelstadt“. Die Idee entstand durch die lähmende Coronazeit. Was sehen wir zuerst, wenn wir uns begegnen? Die Augen oberhalb des Mundschutzes sind zu sehen. Mir fiel auf, dass ich zuerst in das linke Auge schaute. Für mich war nun klar, ich muss dieses Auge zeichnen. Als Erstes zeichnete ich das Auge von Monika Linde. Hier probierte ich mich noch aus und verewigte mich in diesem Auge. Das Projekt war geboren: Gezeichnete Augen und dazu ein Begleitbuch in polnischer und in deutscher Sprache. Für das Projekt wurden 30 Persönlichkeiten ausgesucht. Es sollten Menschen aus Frankfurt (Oder) und Slubice sein, die für ihre Stadt und das Zusammenleben ein hohes Engagement zeigen. Die Persönlichkeiten wurden immer empfohlen von einer Persönlichkeit, die bereits ihr gezeichnetes Auge für die Öffentlichkeit freigegeben hat, so lange, bis die Zahl 30 erreicht war. Die Augen wurden von mir mit Kohle im Format 50 x 70 cm auf Papier gezeichnet.
Dazu wurden den Persönlichkeiten die folgenden vier Fragen gestellt:
1. Was bedeutet für Sie das Leben in der Doppelstadt?
2. Wofür schlägt Ihr Herz?
3. Was sind Ihre Lebensziele?
4. Sind Sie glücklich?
Auf diese Fragen zu antworten ist nicht immer einfach, weil sie auch Dinge berühren, auf die die eine oder andere Aussage schwer fällt. In diesem Buch werden die Augen und die Antworten auf die Fragen wiedergegeben. Die Texte erlauben Einblicke in das Leben der Doppelstadt und das Engagement der Bürger für Andere und in den verschiedenen Vereinen. Sie zeigen die Vielfalt eines Angebotes, das das Leben in einer Stadt interessant und liebenswürdig macht. Es wäre schön, wenn es noch mehr Menschen gibt, die mit offenen Augen durch ihre Stadt gehen und sich für sie engagieren.
Monika Leonhardt
Die 30 gezeichneten Augen befinden sich als Sammlung im Museum Viadrina und können dort auf Anfrage ausgeliehen werden.