Mein kreativer Prozess

Inspiration und Ideenfindung

Jedes Projekt beginnt mit einer intensiven Recherche und dem Sammeln von Eindrücken aus verschiedensten Quellen.

Aufatmendes Herz 


Zwischen schwebenden Blasen aus Licht

und ineinanderfließenden Farben

ruht ein Herz, das nicht mehr kämpft.


Es erinnert sich an Weite.


Ein blaues Kreisen in seiner Mitte –

wie ein Atemzug,

der endlich ganz bis in die Tiefe reicht.


Was eben noch drängte,

was sich verknotete im Denken,

löst sich in sanften Übergängen auf.


Freude ist kein lauter Jubel hier,

sondern ein warmes Ausdehnen,

ein stilles Staunen darüber,

dass die Lösung immer schon

in der Bewegung lag.


Und das Herz –

es atmet.

M.L.



"Wege des Lebens"

Zwischen Linien, fein gesponnen,

beginnt ein leises Unterwegssein,

wo Pfade sich im Stillen kreuzen

und neue Richtungen gedeih’n.


Kreise wachsen, weich und offen,

tragen Wünsche, bunt und klar,

manche ruhen, manche wandern,

nah dem Traum und doch so wahr.


Grüne Spuren keimen leise,

ziehen Hoffnung in das Netz,

und aus jedem kleinen Anfang

wächst ein Weg — und wird Gesetz.


Farben fließen, halten inne,

finden sich und lassen los,

denn das Leben geht in Wegen,

und im Wachsen wird es groß. 



M.L.

 

Zwischen zwei Welten


Im Grau der Zeit, im dichten Denken,

wo Stimmen laut und Wege eng,

verliert sich leise oft das Fühlen

im schnellen Takt, im äuß’ren Dräng’n.


Dort trägt der Kopf die schweren Bilder,

von Müssen, Sollen, Tag für Tag,

und tief im Innern sitzt ein Schatten,

der kaum noch hoffen, träumen mag.


Doch auf der andern, lichten Seite

öffnet sich ein stiller Raum,

wo Farben wachsen, weich und warm,

und Herz und Seele finden Traum.


Ein Atemzug, ein leises Werden,

Musik erklingt ganz sacht in dir,

und zwischen all den lauten Wegen

führt dich ein stiller Pfad zu mir.


Denn beide Welten wohnen in dir,

doch du entscheidest, Schritt für Schritt:

Gib deiner Ruhe mehr von deinem Sein —

und nimm dein inneres Leuchten mit. 

M.L.



"Das Ruder rumreißen"

Als der Himmel in mir brannte
und das Wasser schwer wurde,
stand ich zwischen Strömung und Entscheidung.

Die Wellen flüsterten vom Aufgeben,
vom Treibenlassen,
vom „Vielleicht später“.
Doch tief in meinem Inneren
spann sich ein feines Netz aus Licht –
Gedanken, die sich neu verbanden,
Mut, der leise Wurzeln schlug.

Ich griff nach dem Ruder.
Nicht aus Trotz,
sondern aus Erinnerung:
Ich bin mehr als mein Sturm.

Das Wasser schlug gegen meine Zweifel,
Blasen stiegen auf wie ungeweinte Tränen,
doch unter der Oberfläche
wuchs etwas Grünes, Tragendes.
Ein Wissen:
Ich darf die Richtung ändern.

Und als ich den Anker setzte,
war es kein Stillstand.
Es war ein Versprechen.
Ein Innehalten mit klarem Blick,
ein Atemzug zwischen gestern und morgen.

Die Sonne brannte nicht mehr gegen mich –
sie leuchtete vor mir.

Ich gebe nicht auf.
Ich richte mich aus.
Ich finde neue Ziele
im Rhythmus meines eigenen Herzens.


M.L.

Frühlingsmond


Im sanften Blau der Morgenzeit

erhebt sich still der Frühlingsmond,

umrankt von Zweigen, Blatt und Blüten,

die leise flüstern, frisch und bunt.


Aus zarten Linien wächst ein Baum,

der seine Arme weit entfaltet,

und zwischen Ranken, klein und fein,

der neue Frühling sich gestaltet.


Gelbe Blüten, rot getupft,

tanzen leicht im jungen Licht,

und jede kleine Blätterspirale

erzählt vom Werden – still und schlicht.


Der Mond steigt auf, so rund und klar,

bewacht von Farben, weich und mild.

Ein Kreis aus Leben, Hoffnung, Traum –

der Frühling ruht in diesem Bild. 


M.L.



" Streu Glitzer, kein Hass"

In einem Haus voll Stimmen
voll Lachen und auch Streit,
lebt jede Seele anders
mit ihrer eigenen Zeit.

Der eine träumt in Farben,
der andre still im Licht,
und was für dich klar Wahrheit,
sieht jemand anders nicht.

Doch Liebe heißt nicht gleichen,
nicht formen, nicht versteh’n,
Liebe heißt begleiten
und trotzdem zueinander steh’n.

Achtung wächst im Zuhören,
im Herzen, das verzeiht,
im leisen Mut zu sagen:
„Auch anders bist du mir nicht weit.“

Drum lasst uns Glitzer streuen
in Worte, Blick und Schritt,
denn wo Respekt darf wohnen,
geht auch die Liebe mit.


M.L.

Frühling im Innern


Zart legt sich Blau in die Stille,

wie Himmel nach langer Nacht.

Grün tastet sich leise ins Leben,

hat Wurzeln im Unsichtbaren entfacht.


Linien fließen wie Gedanken,

die sich neu im Herzen ordnen.

Knospen neigen sich im Vertrauen –

sie wissen: Zeit kann Wunder formen.


In der Mitte ein stilles Leuchten,

ein Kreis aus Hoffnung, weich und klar.

Noch ist nicht alles offen,

doch alles ist schon da.


Der Frühling wächst von innen,

nicht laut, doch unbeirrbar sacht.

Er streut sein Licht in jede Faser

und flüstert: Du bist neu erwacht.


Hoffnung trägt feine Farben,

behutsam, doch voller Kraft.

Und jede Linie dieses Bildes

erzählt vom Neubeginn, der es schafft.


M.L.

Augen-Blicke über  die Doppestadt Frankfurt (Oder) Slubice

 Seit August 2020 arbeitete ich an dem Projekt „Augen_Blicke über unsere Doppelstadt“. Die Idee entstand durch die lähmende Coron​a​zeit. Was sehen wir zuerst​,​ wenn wir uns begegnen? Die Augen oberhalb des Mundschutzes sind zu sehen. Mir fiel auf, dass ich zuerst in das linke Auge schaute. Für mich war nun  klar, ich muss dieses Auge zeichnen. Als Erstes zeichnete ich das Auge von Monika Linde. Hier probierte ich mich noch aus und verewigte mich in diesem Auge. Das Projekt war geboren​:  Gezeichnete Augen und dazu ein Begleitbuch ​ in polnischer und in deutscher Sprache​. Für das Projekt wurden 30 Persönlichkeiten ausgesucht. Es sollten Menschen aus Frankfurt (Oder) und Slubice sein, die für ihre Stadt und das Zusammenleben ein hohes Engagement zeigen. Die Persönlichkeiten wurden immer empfohlen von einer Persönlichkeit, die bereits ihr gezeichnetes Auge für die Öffentlichkeit freigegeben hat, so lange​,​ bis die Zahl 30 erreicht war.  Die Augen wurden von mir mit Kohle im Format 50 x 70 cm auf Papier gezeichnet.  
Dazu wurden den Persönlichkeiten ​ die folgenden​ vier Fragen gestellt:  
1. Was bedeutet für Sie das Leben in der Doppelstadt?  
2. Wofür schlägt Ihr ​ Herz​?  
3. Was sind Ihre Lebensziele?  
4. Sind Sie glücklich?  
Auf die​se​ Fragen zu antworten ist nicht immer einfach, weil sie auch Dinge berühren, auf die die eine oder andere Aussage schwer fällt. In diesem Buch werden die Augen und die Antworten auf die Fragen wiedergegeben. Die Texte erlauben Einblicke in das Leben der Doppelstadt und das Engagement der Bürger für Andere und in den verschiedenen Vereinen. Sie zeigen die Vielfalt eines Angebotes, das das Leben in einer Stadt interessant und liebenswürdig macht. Es wäre schön, wenn es noch mehr Menschen gibt, die mit offenen Augen durch  ihre Stadt gehen und sich für sie engagieren.  
Monika Leonhardt 

Die 30 gezeichneten Augen befinden sich als Sammlung im Museum Viadrina und können dort auf Anfrage  ausgeliehen werden.